Wat´n dat?

Was ist eigentlich eine "Tide"?
Mit der Flut kommt das Hochwasser. Mit der Ebbe kommt das Niedrigwasser. Dieser Vorgang wird "Tide" genannt. Er bedeutet: "Gezeiten". Die Tiden wiederholen sich ca. alle 12 1/2 Stunden.
Was ist eigentlich das "Watt"?
Das Watt ist das Land, das in 24 Stunden zweimal vom Meer überflutet wird.
Was ist eigentlich das "Vorland"?
Das Vorland ist das grüne Land vor den Deichen. Bei stürmischer Witterung wird es auch vom Meer überflutet.
Was ist eigentlich ein "Priel"?
Die Gezeitenströmungen (das Wasser kommt, das Wasser geht) ziehen Priele (die wie Flüsse aussehen) ins Vorland und Watt.
Was ist eigentlich die "Marsch"?
Als Marsch wird das seit etwa 500 v.Chr. entstandene Meeresschwemmland der Elbe und Nordsee bezeichnet. Die Marsch liegt maximal zwei Meter über dem mittleren Meeresspiegel. Ihr toniger, sehr fruchtbarer Boden wird "Klei" genannt.
Was ist eigentlich ein "Deich"?
Vom 11. Jahrhundert an schützen Deiche die Marsch. Seit dem 15. Jahrhundert halten sie auch den Sturmfluten des Winterhalbjahres stand. Deiche sind Erdaufschüttungen zwischen Meer und Festland. Sie werden immer höher gebaut, da die Sturmfluten immer höher sind. Führt eine Straße durch den Deich, heißt dieser Durchgang "Stöpe". Bei Gefahr wird die Stöpe geschlössen.
Was ist eigentlich ein "Koog"?
Ein Koog ist nachträglich eingedeichtes Marschland. Seewärts wird ein Koog vom neuen Deich und landeinwärts vom alten Deich begrenzt. Die meisten Köge entstanden nach 1570. Der Neufelderkoog bei Marne wurde erst 1925 besiedelt.
Was hat das denn nun mit EBBE und FLUT auf sich?
Viele Einflüsse bedingen Ebbe und Flut. Die drei wichtigsten:
Die Anziehungskraft des Mondes, der Sonne und die durch die Drehung der Erde bewirkte Fliehkraft. Und die weiteren Einflüsse? Nun, zum Beispiel auch die Anziehungskraft jedes einzelnen Planeten - selbst die Venus ist noch mit 4/1000 an den Gezeiten beteiligt.

Wenn die drei Himmelskörper Erde, Mond und Sonne auf einer Ebene im Weltraum stehen, verstärken sich die Anziehungskräfte. Wir haben dann ein besonders starkes Hochwasser, eine sogenannte "Springtide". Wenn diese dann durch starke Nordwest- oder Nordstürme verstärkt werden, ja dann müssen wir mit den katastrophalen Sturmfluten rechnen.
Bei dieser Stellung der Gestirne haben wir Voll- oder Neumond und immer gegen 12 und 24 Uhr Hochwasser. Hochwasser ist übrigens beim höchsten Wasserstand der Flut, Niedrigwasser bei niedrigstem Wasserstand der Ebbe.
Haben wir aber Halbmond, ob zunehmend oder abnehmend, dann stehen die drei Himmelskörper im rechten Winken zueinander. Die Sonne nimmt dem Mond dann einen Teil seiner Anziehungskraft. Wir haben dann "Nipptide" mit geringem Hochwasserstand. Dann tritt das Hochwasser an der Küste etwa um 18 und um 6 Uhr ein.

Zwischen diesen Extremen "Springtide" und "Nipptide" gibt es die verschiedensten Varationen. Da der Eintritt des Hochwassers sich nach dem Tag des Mondes richtet, der 50 Minuten länger als der der Sonne dauert, verschiebt sich täglich der Eintritt des Hochwassers um 45 bis 50 Minuten.
Warum sagen die an der Westküste immer "moin"?
Sie werden es vielleicht schon bemerkt haben - hier wird man oft mit "moin" statt mit "Guten Tag" begrüßt. Das werden Sie im Norden viel hören. Nun ist es nicht so, daß wir nicht wissen, ob wir "guten Morgen, guten Tag oder guten Abend " sagen sollen, hier bei uns grüßt jeder jeden zu jeder Tages- und Nachtzeit mit "Moin" oder mit "Moin, Moin". "Moin" heißt hier eben soviel wie "einen schönen Tag", "guten Morgen", "guten Abend" oder "herzlich willkommen".

Im Langenscheidt Lilliput Wörterbuch "Plattdeutsch" (das Sie im Buchhandel bekommen) bedeutet "moin" "schön oder gut". Es hat nichts mit dem Wort "Morgen" zu tun, sondern ist eine Verkürzung von "`n mojen Dag (Tag), `n mojen Mörgen (Morgen), ´n mojen Avend (Abend). Also los, während Ihres Urlaubs wird nur noch "moin" gesagt.